Die Geschichte der Hypnose

„Hypnose? Ich mache doch nicht jeden neumodischen Trend mit!“ Weit gefehlt, die Hypnose blickt auf eine Geschichte von rund 4000 Jahren zurück. Schon im Hinduismus wurde die Hypnose 2000 Jahre vor Christus von Fakiren und Yogis praktiziert. Die alten Ägypter dokumentierten den Einsatz der Hypnose rund 1500 Jahre vor Christus. Auch die alten Chinesen und Inder kannten die Hypnose. In Griechenland kannte man den „Tempelschlaf“, einen Zustand zwischen Wachbewusstsein und Schlaf. Auf „Votivtafeln“ wurden die Erlebnisse während der Therapie festgehalten.

 

Im sogenannten „magnetischen Schlaf“ traten die Patienten im alten Ägypten mit der Göttin Isis in Kontakt, die dem Patienten nicht nur eindeutige Diagnosen stellte, sondern diesem auch gleich die passenden Anweisungen für die Heilung mit auf dem Weg gab. Dieser Schlaf dauerte bis zu neun Tage lang. Im Mittelalter bekam die Hypnose ein übermenschliches und mystisches Image. Noch heute halten vielen Meschen Hypnose für das reinste „Hexenwerk“.

 

Die Hypnose im 18. Jahrhundert

Im Verlauf des 18. Jahrhunderts verlor die Praxis der Hypnose allmählich ihren magischen und religiösen Hintergrund. Der katholische Pfarrer Joseph Gassner und der Arzt Franz Anton Mesmer setzten die Hypnose als Heilmethode gegen Kopfschmerzen und Schwindelgefühle ein. Zunächst wurde die Methode als ein Konzept des Exorzismus verstanden, später wurde die Hypnose zunehmend unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten verstanden. Anton Mesmer definierte die neuartige Energieform als „animalischen Magnetismus“. Er setzte sich das Ziel, die unvorteilhafte Verteilung der magnetischen Schwingungen gleichmäßiger über den Körper zu verteilen. Er verstand diese Kunst als wissenschaftliches Verfahren und verneinte den Zusammenhang mit dem Teufel. Mesmers Methoden verbreiteten sich bald schon im weiteren europäischen Raum.

Die Hypnose im 19. Jahrhundert

Wurde die Hypnose im 18. Jahrhundert noch als eine äußere Kraft verstanden, die vom Hypnotiseur kommt, so erkannte die Wissenschaft zunehmend, dass diese Kraft vornehmlich aus dem Inneren des Patienten kommt. Der Begriff der Hypnose wurde schließlich vom schottischen Mediziner James Braid etabliert. Er leitete den Begriff vom griechischen Gott „Hypnos“ ab, dem Gott des Schlafes. Die erste Schule der Hypnose wurde vom französischen Arzt Ambroise Liebault und Professor Hyppolyte Bernheim gegründet. Auch Siegmund Freud erkannte die Möglichkeiten der Hypnose und machte sie zum Mittelpunkt über seine Studien zur Hysterie. Später ersetze Freud die Techniken der Hypnose durch die freie Assoziation.

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Die Hypnose im 20. Jahrhundert

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein kam die Hypnose im angelsächsischen Raum bei Behandlungen zunehmend zum Einsatz. Der amerikanische Psychiater Milton H. Erickson gilt als der Vater der modernen Hypnosetherapie. Erickson setzte sich auch für eine Anerkennung der Hypnose als Therapieform ein. Die permissive und die indirekte Suggestion waren für Erickson wichtige Grundlagen für die kooperative Hypnotherapie. Auch heute gilt die Arbeit von Milton Erickson als wichtige Inspiration für zahlreiche Hypnotherapeuten. Auf die Arbeiten von Erickson gründet sich auch die Praxis der „neuro-linguistischen Programmierung“.

Im deutschsprachigen Raum wurden die Techniken der Hypnose von Oskar Vogt und seinem Schüler Johannes Heinrich Schulz geprägt. Aus dieser Arbeit ging auch das autogene Training hervor, das von Klaus Thomas weiterentwickelt wurde. In England ist John Hartland als einer der bekanntesten Hypnotiseure zu nennen. Von ihm verfasst ist das Buch „Dictionary of Medical an Dental Hypnosis“, welches bis heute zum Standardwerk für die Ausbildung britischer Hypnoseärzte gilt.

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