Der Schlafdruck ist nach vier oder fünf Stunden deutlich geringer als am Abend. Was beim Zubettgehen mühelos überlagert wurde, bekommt nachts Gewicht: ein Geräusch, eine Körperempfindung, ein offener Gedanke. Hinzu kommt die Bedeutung, die Sie diesem Moment geben. Sätze wie „Jetzt geht es schon wieder los", „Morgen schaffe ich nichts" oder „Ich muss jetzt sofort einschlafen" erhöhen die innere Wachheit, statt sie zu senken.
Daraus entsteht der Widerspruch, der viele Betroffene nachts beschäftigt: Schlaf lässt sich nicht erzwingen. Wer um drei Uhr kontrolliert, analysiert und sich anstrengt, arbeitet gegen genau den Zustand, den er braucht. Das ist kein Charakterfehler, sondern ein eingeübter Ablauf. Und ein eingeübter Ablauf ist der Teil, an dem sich arbeiten lässt.