Die innere Begründung. Jeder Selbstbetrug hat einen Satz, der ihn plausibel macht. Häufig ist es ein Satz über die Folgen: Wenn ich das sage, verliere ich etwas. Solche verallgemeinerten Annahmen sind oft Bestandteil des Musters. Wir greifen sie dort auf, wo sie in Ihrer konkreten Situation tatsächlich auftreten. Entscheidend ist die Unterscheidung, ob eine Erklärung Sie vor einer unüberlegten Handlung bewahrt oder ob sie regelmäßig verhindert, dass Sie eine bereits erkannte Grenze vertreten.
Der Preis. Was kostet das Muster Sie derzeit konkret? Zeit, vertagte Entscheidungen, belastete Verhältnisse, manchmal auch das Gefühl, sich selbst nicht trauen zu können. Dieser Punkt ist wichtig, weil er den Maßstab liefert, an dem sich Veränderung später messen lässt.
Das überprüfbare Ziel. Nicht „selbstbewusster werden", sondern ein Verhalten, das Sie oder Ihr Umfeld bemerken würden. Zum Beispiel:
- eine zusätzliche Aufgabe ablehnen, wenn Ihre Kapazität ausgeschöpft ist
- eine persönliche Grenze ohne lange Rechtfertigung aussprechen
- ein aufgeschobenes Gespräch innerhalb eines vereinbarten Zeitraums führen
- vor einer Zusage eine bewusste Bedenkzeit einfordern
Ein solches Ziel schafft einen Bezug zum Alltag. Dadurch lässt sich später nicht nur fragen, wie sich eine Sitzung angefühlt hat, sondern ob Sie in der entscheidenden Situation anders handeln konnten.