Wie viel Intensität ein Mensch braucht, ist unterschiedlich. In der Psychologie bezeichnet Sensation Seeking ein Persönlichkeitsmerkmal, das durch die Suche nach abwechslungsreichen, neuen und intensiven Erfahrungen sowie die Bereitschaft gekennzeichnet ist, dafür Risiken einzugehen. Ein Merkmal, keine Erkrankung.
Es geht also nicht um die Höhe des Risikos, sondern um die Funktion, die es erfüllt, und um den Preis, den es kostet. Diese Unterscheidung lässt sich an Gegensatzpaaren festmachen:
| Eher unproblematisch | Hinweis auf ein belastendes Muster |
|---|
| Sie planen das Risiko und halten sich an die Planung. | Sie gehen regelmäßig weiter, als Sie vorhatten. |
| Ruhige Phasen sind angenehm oder zumindest erträglich. | Ruhe löst Unruhe, Gereiztheit oder Leere aus. |
| Die gleiche Aktivität trägt über Jahre. | Die Dosis muss steigen, damit es noch wirkt. |
| Beruf, Beziehungen und Gesundheit bleiben unberührt. | Genau diese Bereiche zahlen mit. |
| Sie könnten pausieren, wenn Sie wollten. | Vorsätze halten, bis die nächste Gelegenheit kommt. |
| Danach bleibt Zufriedenheit. | Danach kommen Erschöpfung, Schuld oder der nächste Drang. |
| Sie suchen das Erlebnis. | Sie suchen den Abstand zu Gedanken und Gefühlen. |
Der Lebensbereich wechselt dabei. Riskantes Fahren, Mutproben, immer neue Herausforderungen oder ein unvorsichtiger gewordener Umgang mit Extremsport gehören dazu. Es muss aber nichts Spektakuläres sein: Auch Konflikte, Zeitdruck und berufliche Krisen können zur verlässlichen Quelle starker Aktivierung werden, ohne dass es nach Abenteuer aussieht.
Die Frage ist am Ende eine einzige: Entscheiden Sie noch, oder entscheidet der Drang nach Intensität?