Die Folgen reichen über den Haushalt hinaus. Zeit, die in Rituale geht, fehlt bei Schlaf, Arbeit, Kindern und Erholung. Besuche werden abgesagt, weil die Wohnung noch nicht als sauber genug gilt. Spontaneität wird zum Stressfaktor, weil sie Abläufe durchkreuzt.
In Partnerschaften und Familien entsteht Druck, sobald andere die Regeln mittragen sollen. Angehörige übernehmen Teile des Rituals, meiden Räume oder geben immer wieder Bestätigung, dass alles sauber sei. Das beruhigt den Moment und richtet den gemeinsamen Alltag langfristig weiter nach dem Putzverhalten aus.
Körperliche Folgen sind ebenfalls möglich, etwa durch Überlastung oder durch häufigen Hautkontakt mit Reinigungsmitteln. Rissige Hände, Atemwegsreizungen oder Schmerzen gehören ärztlich beurteilt, und zwar unabhängig von der Frage nach einem Zwang.