Ambivalenz, die nicht aufhört. Ambivalentes Verhalten wird in den verfügbaren Quellen ausdrücklich als mögliches Merkmal genannt. Gemeint ist ein ständiges Hin und Her zwischen starkem Interesse und plötzlicher Distanz, das sich nicht auflöst, sondern in Wellen wiederkehrt. Viele Betroffene beschreiben, dass sie in der Distanz eine starke Sehnsucht spüren, während sie in der Nähe eine erdrückende Enge verspüren. Dieser ständige Wechsel ist für beide Seiten extrem kräftezehrend.
Angst vor Verpflichtungen. Die Furcht vor Verbindlichkeit zeigt sich oft weniger in grundsätzlichen Lebensfragen als in alltäglichen Konkreten: beim Abschluss eines gemeinsamen Mietvertrags, beim Kennenlernen der Familie, bei der Buchung eines gemeinsamen Urlaubs für den übernächsten Sommer. Ein unverbindliches “Mal sehen” an Stellen, an denen eine klare Entscheidung angemessen wäre, kann ein relevantes Anzeichen sein. Die Verpflichtung wird als Einengung empfunden, die es zu vermeiden gilt.
Schwierigkeiten, eigene Gefühle zu benennen. Manche Betroffene berichten, dass sie in tiefgründigen Beziehungsgesprächen innerlich leer werden oder nicht in Worte fassen können, was sie fühlen, obwohl ihnen das außerhalb solcher Situationen durchaus möglich ist. Emotionale Blockaden treten auf, wenn die Situation eine Verletzlichkeit erfordert, die als zu riskant eingeschätzt wird.
Gefühl des Kontrollverlusts. Intimität erfordert das Aufgeben von Kontrolle. Betroffene empfinden die emotionale Annäherung oft als einen Prozess, in dem sie die Kontrolle über sich selbst oder ihr Leben verlieren. Dieses Gefühl der Fremdbestimmung durch die Nähe löst den Impuls aus, die Situation wieder unter Kontrolle zu bringen, was meist durch Distanzierung geschieht.