Qualitätsmerkmale der Hypnoseausbildung

Gibt es eigentlich eine Ausbildung zum Hypnosetherapeuten? Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um die Hypnosetherapie zu erlernen? Wo werden entsprechende Ausbildungen angeboten? Wie werden sie zertifiziert? Dieser Artikel gibt einige Antworten zu diesen Fragen.

Wer ist ein Hypnotiseur?

In Deutschland ist der Begriff „Hypnotiseur“ nicht geschützt. Sowohl der therapeutische Hypnotiseur, der eine entsprechende Ausbildung durchlaufen hat kann diesen Begriff für sich in Anspruch nehmen, wie auch der Zirkus-Entertainer, der sein Publikum mit einer lustigen Show zu unterhalten versucht. Selbst der kleine Junge, der mit seiner Schwester Hypnose spielt, ist berechtigt, sich als Hypnotiseur zu bezeichnen. Das macht es für hilfesuchende Menschen natürlich etwas schwierig, ein wirklich hilfreiches Angebot zu finden.

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Hypnose Gesellschaften

 

Um einen hohen Qualitätsstandard zu sichern, haben seriöse Hypnosegesellschaften Leitbilder und den Ethikkodex der Hypnose entwickelt. Diese Gesellschaften setzen eine klinische psychotherapeutische Ausbildung für die Weiterbildung zum Hypnosetherapeuten voraus. Auf der internationalen Ebene haben sich vor allen die „European Society for Hypnosis“ und die „International Society for Hypnosis“ etabliert.

 

Der Ethikkodex

Die Mitglieder der Hypnose-Gesellschaften verpflichten sich einem Ethikkodex, der von den Gesellschaften entwickelt wurde. Dieser besagt, dass das Wohlergehen des Patienten bei jeder Hypnose-Sitzung im Vordergrund steht. Weiterhin sieht der Kodex vor, dass entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen sind, wenn ein Patient oder eine Versuchsperson mit ungewöhnlichen Stresssituationen konfrontiert werden. Jeder Patient ist über das entsprechende Risiko im Vorfeld zu informieren. Ein wichtiges Element des Ethikkodex wird in Punkt 6 beschrieben: Kein Mitglied der Gesellschaft darf Hypnose als Unterhaltung anbieten und auch nicht mit Unterhaltungsanbietern zusammenarbeiten. Wer die Hypnose zu therapeutischen Zwecken einsetzt, darf also nicht auch im Zirkus auftreten.

Deutschsprachige Hypnose-Gesellschaften

 

Im deutschsprachigen Raum sind folgende seriöse Hypnose Gesellschaften bekannt:

 

  • Deutsche Gesellschaft für Ärztliche Hypnose und Autogenes Training (DGÄHAT)
  • Deutsche Gesellschaft für Hypnose (DGH)
  • Milton-Erickson-Gesellschaft (MEG)
  • Deutsche Gesellschaft für Zahnärztlichen Hypnose (DGZH)

 

In der Schweiz gibt es die Gesellschaft für Klinische Hypnose Schweiz (GHYPS) und die Société Médicale Suisse d`Hypnose (SMSH), in Österreich gilt die Milton-Erickson-Gesellschaft Austria (MEGA) als seriöser Ansprechpartner.

 

Die Ausbildung zum Hypnosetherapeuten

 

Die Ausbildung zur klinischen Hypnose wird bei der Milton-Erickson-Gesellschaft unterrichtet. Hierbei lernt der angehende Hypnosetherapeut die formale Hypnose und auch wirkungsvolle Kommunikationsstrategien. Diese Ausbildung basiert auf der Arbeit von Milton H. Erickson. Mister Erickson verstand es auf herausragende Weise, mit dem besonderen Klang seiner Stimme und der individuellen Ausprägung seiner nonverbalen Kommunikation die hypnotische Suggestion und die klassische Gesprächsführung miteinander zu verbinden.

 

Die Voraussetzungen für die Ausbildung

 

Die Teilnahme am Curriculum für klinische Hypnose an der Milton Ha Erickson Gesellschaft setzt bereits ein abgeschlossenes Studium voraus. Das kann ein Studium in der Psychologie, der Medizin oder der Pädagogik sein. Eine weitere Voraussetzung sind die Berufspraxis im psychotherapeutischen oder familientherapeutischen Bereich, sowie die Grundkenntnisse der klinischen Psychologie. Zum Abschluss des Curriculums erhalten die Teilnehmer kein Zertifikat. Stattdessen wird eine Teilnahmebescheinigung wird ausgestellt. Für das Zertifikat „Klinische Hypnose (M.E.G.) / Hypnosetherapie“ ist zusätzlich der Abschluss einer psychotherapeutischen Ausbildung in einem von wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie anerkannten Psychotherapieverfahren an einem entsprechenden Ausbildungsinstitut vonnöten. Für Coaches und Pädagogen, die im psychosozialen Bereich aktiv sind, wird das Curriculum „Hyposystemische Kommunikation“ angeboten. Hierbei liegt der Schwerpunkt bei der Gesprächsführung, die auch unbewusste Aspekte mit einbezieht.

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